News vom 12.08.2020

Virtuelle Ferienfreizeit: Gamers Academy gibt spannende Einblicke in den eFootball


Während der virtuellen Fußball-Ferien-Freizeit hat die DFB-Stiftung Egidius Braun zusammen mit den Experten der Gamers Academy auch einen Schwerpunkt auf den eFootball gelegt. Im Interview verrät CEO und Co-Founder Philipp Walter, welche Tricks man bei FIFA20 beherrschen muss, um besser zu sein als sein Gegner. Der 42-Jährige erklärt auch, warum eFootball ein Boom-Thema ist und wo Deutschland dabei im weltweiten Vergleich steht.

CEO und Co-Founder Philipp Walter.

Herr Walter, in der vergangenen Woche haben Sie während der virtuellen Fußball-Ferien-Freizeit das Thema eFootball inhaltlich begleitet. Welches Fazit ziehen Sie aus der Kooperation?

Philipp Walter: Es war ein spannender Austausch, der beiden Seiten viel gebracht hat, den wir gerne fortsetzen und ausbauen möchten. Wir hatten kürzlich auch mit den Kollegen der DFB GmbH einen ersten Termin und haben uns über das weitere Vorgehen verständigt. Auch beim eFootball muss es eine vernünftige Nachwuchsarbeit geben. Wenn Deutschland zukünftig weiterhin eine gute Rolle einnehmen will, kommen wir meiner Meinung nach an einer weiteren Professionalisierung nicht vorbei.

Wo stehen wir in Deutschland denn gerade bei diesem Thema im weltweiten Vergleich?

Walter: Wir spüren eine Aufbruchsstimmung. eFootball ist weltweit ein extrem schnell wachsendes Feld – vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Wir haben das Limit noch längst nicht erreicht. Große Marken wie Gucci, Louis Vuitton, BMW oder Mercedes gehen Sponsorships mit den besten eSports-Teams ein. Nicht nur in Deutschland, sondern natürlich weltweit. Grundsätzlich ist es aber so, dass andere Länder schauen, wie wir es in Deutschland machen.

Macht sich diese Vorreiterrolle auch sportlich bemerkbar?

Walter: Auf jeden Fall. Wir haben einige Spieler in der Weltspitze. Deutschland ist auch beim Thema eFootball eine der führenden Nationen. Die Corona-Pandemie hat dem eFootball in Deutschland nochmal neuen Schwung gegeben. Der „echte“ Fußball war über mehrere Wochen und Monate völlig lahmgelegt, der eFootball ist in diese Lücke gesprungen und hat in der breiten Masse mehr Sichtbarkeit bekommen.

Woran machen Sie das fest?

Walter: FIFA20 hat inzwischen weltweit fast 30 Millionen Spieler, sechs Millionen davon treffen sich jedes Wochenende in der sogenannten Weekend-League, um gegeneinander zu zocken. Während Corona sind die Zahlen nochmal deutlich nach oben geschnellt, weil viele ihre Sehnsucht nach Fußball auf diesem Wege gestillt haben. Im Fernsehen liefen logischerweise keine Live-Spiele und auch in den Vereinen ging nichts. Beliebte Gamer-Plattformen wie Twitch und YouTube haben bei den Zugriffszahlen einen Quantensprung gemacht. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung war eFootball plötzlich präsent. Große deutsche Tageszeitungen haben darüber berichtet. Die DFL ist ebenfalls auf diesen Zug aufgesprungen. Wir als Gamers Academy haben auch neue Partner gewonnen und besonders viele neue Kunden.

eFootball ist weltweit ein extrem schnell wachsendes Feld.

Viele Profis spielen selbst gerne FIFA und berichten darüber in sozialen Netzwerken.

Walter: Für uns ist das natürlich super, weil wir so ohne eigenen Aufwand noch mehr Aufmerksamkeit auf unser Geschäftsmodell bekommen. Wir bieten Training für eFootball an, konkret für FIFA. Vor allem die jüngere Generation der Profis ist sehr aktiv im eFootball.

Nennen Sie bitte mal ein paar Namen.

Walter: Der deutsche Nationalspieler Thilo Kehrer ist begeisterter eFootballer, auch Niklas Dorsch, Jadon Sancho und Jordan Torunarigha. Ich könnte noch viele weitere Namen nennen. In der Szene große Namen und bei uns im Team sind aber vor allem der amtierende FIFA-Weltmeister MoAuba und Kevin Reiser als Europameister, die unheimlich viel Aufmerksamkeit generieren. Zwischen den echten Profis und den Top-eFootballern besteht ein enger Austausch, der auf gegenseitigem Respekt basiert. Auf den genannten Kanälen wie YouTube oder Twitch verfolgen viele, wie sich die Bundesliga-Profis gegen die FIFA-Stars schlagen. Das hat einen hohen Unterhaltungsfaktor. Teilweise ähnelt es wirklich dem „echten“ Fußball, der im Stadion gespielt wird.

Kann man nur mit Fleiß und viel Training, aber ohne großes Talent ein guter eFootballer werden?

Walter: Ohne etwas Talent geht es nicht. Aber auch beim eFootball ist die Gleichung ziemlich einfach: Je mehr man trainiert, desto besser spielt man an der Konsole. Wie im „echten“ Sport ist es auch beim eFootball so, dass man in einen Automatismus kommen muss. Wenn man nicht mehr lange über bestimmte Aktionen nachdenken muss, wenn man sie automatisch ausführt, ist man schneller und dadurch besser im Gegensatz zu der breiten Masse. Man muss die Skill Moves – so nennt man diese Aktionen im eFootball – im Blut haben. Wenn das der Fall ist, kann man sich schnell vom Durchschnitt abheben. Grundsätzlich bin ich ein Befürworter dieses Mottos: Lieber smart trainieren, als hart trainieren. Alles in Maßen also. Wenn man keinen Plan hat, kommt man nicht weiter.

Verraten Sie doch mal ein paar Geheimnisse: Welche Tricks bei FIFA20 muss ein guter eFootball können?

Walter: Es gibt so um die 100 Tricks im eFootball bei FIFA20. Wenn man die Basics gut beherrscht, ist man schon ziemlich weit vorne. Man sollte also einen Übersteiger können und den flachen Schuss ins kurze Eck beherrschen. Gerade bei der aktuellen Version des Spiels ist der sehr effektiv. Man sollte wissen, dass es nicht reicht, die Standards einfach irgendwie in den Strafraum zu schießen. Flanken sind bei FIFA20 nicht sehr erfolgsversprechend. Auch die Kaderzusammenstellung im Hinblick auf die Taktik ist wie im echten Fußball wichtig. Wenn man nicht die Spieler für ein 4:4:2 hat, kann man dieses System auch nicht gewinnbringend spielen.

Der „echte“ Sport soll mit dem Spielen an der Konsole ergänzt werden.

Viel Training bedeutet auch viel Zeit am Computer. Wie gehen Sie mit dieser Kritik am digitalen Zocken um?

Walter: Uns ist es ganz wichtig, dass sich der „echte“ Sport mit dem Spielen an der Konsole ergänzt. Das eine darf das andere nicht ausschließen. Es gibt natürlich die Stereotypen, die stundenlang an der Konsole sitzen und sich von Pizza und Cola ernähren – um mal bei den typischen Vorurteilen zu bleiben. Aber davon wollen wir uns ganz eindeutig distanzieren. Das ist der falsche Weg. Aus meiner Sicht gehört jeder Junge und jedes Mädchen raus auf den Sportplatz. Dort müssen sie sich verausgaben und schwitzen. Der eFootball ist die Ergänzung dazu. Man kann das Medium Gaming nicht leugnen. Eltern müssen einfach aufpassen, dass der Umfang im Rahmen bleibt. Meine Generation ist mit der Sportschau und dem analogen Fernsehen aufgewachsen. Für viele Kids heutzutage sind das die Konsole und YouTube. Sie informieren sich auf anderen Wegen als wir früher. Es bringt nichts, das Thema Gaming gesellschaftlich in eine Ecke zu stellen. Das wird der Sache nicht gerecht, denn das Gaming hat nachgewiesener Weise auch viele Vorteile.

Zum Beispiel?

Walter: Das sind ganz viele Komponenten, die wir bei unseren Trainingseinheiten auch immer in den Fokus stellen. Ganz konkret sind das beispielsweise extreme Fingerfertigkeiten. eFootballer sind sehr geschickt und schnell in dieser Hinsicht. Dazu kommen die mentalen Aspekte. Wie im „echten“ Fußball auch, spielen geistige Fähigkeiten eine wichtige Rolle. Man muss entscheiden, wie man sich verhält, wenn es kurz vor Schluss 1:1 steht oder wenn man vielleicht sogar 0:1 zurückliegt. Wie reagiert man dann? Wie kann man die Konzentration über einen längeren Zeitraum aufrechterhalten? Wie kann man in der entscheidenden Phase cool bleiben und weiterhin rational entscheiden? Das sind auch im eSport wichtige Faktoren. Eine gute körperliche und geistige Konstitution ist auch hier der entscheidende Aspekt, der gute von schlechteren Spielern unterscheiden kann. Übrigens sprechen wir in unseren Trainingseinheiten auch immer das Thema Ernährung an. Wir stellen körperlich den ganzheitlichen Aspekt in den Fokus. Wenn es die Zeiten gab, in denen die Kinder und Jugendlichen in ihren dunklen Zimmern stundenlang bei Cola und Pizza gezockt haben, sind diese meiner Wahrnehmung nach lange vorbei. So funktioniert die Generation heutzutage nicht mehr.

Über die Gamers Academy

Unsere Mission ist es, jeden Gamer nachhaltig besser zu machen. Zum einen inspirieren wir mit exklusivsten Einblicken und Tipps der Topstars und zum anderen erhält man bei uns ganz konkrete Tutorials, um in allen Aspekten des Spiels besser zu werden. In Q4 bringen wir unser KI basiertes Trainingssystem auf den Markt, was das „Training For Gaming“ nochmal automatisieren wird, und das ganz individuell. Game On.

www.gamers-academy.com